L I E G E N S C H A F T E N C H E M N I T Z
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875 Jahre und doch so jung

Die Stadt Chemnitz in Sachsen

Wer an Chemnitz denkt, dem fallen zuerst Industrie und Karl-Marx-Monument ein.


Schon immer gingen die Meinungen über Chemnitz auseinander: „Rußchemnitz“, „Sächsisches Manchester“, „Korl-Morx-Stodt“ - die Stadt mit den drei „o“. Doch dabei war die sächsische Großstadt einst die treibende Kraft im Land; machte sich vor 200 Jahren als Provinzstadt auf den Weg, zog erst an den alten sächsischen Löwen Zwickau und Freiberg vorbei und machte dann aus Sachsen einen der bedeutendsten Industriestandorte Deutschlands, so dass man in Leipzig etwas zum Handeln hatte und in Dresden etwas zum Ausgeben.

Das Herrenhaus der ersten Sächsischen Fabrik "Bernhard et. Comp." in Chemnitz-Harthau, erbaut 1806/07

Die Erfolgsgeschichte von Chemnitz als Industriestadt begann vor 200 Jahren mit den Fabrikschlössern. Das waren damals neben den Kirchen und dem Rathaus die größten Gebäude in der Stadt: vier bis fünf Geschosse hoch, mit vielen Fenstern, einem Wasserrad und einem Türmchen mit einer Glocke auf dem Dach. Die Spinnmaschinen, die im Haus standen und die Arbeiter, die sie bedienten, verhalfen Chemnitz am Beginn des 19. Jahrhunderts in wenigen Jahren zum Start in die Moderne. Fabrikschlösser, die ersten Fabriken als so etwas wie Fabriken noch gar nicht existierten, gab es zu der Zeit in den deutschen Ländern so nur in Chemnitz und Umgebung. Clevere junge Leute hatten die Technik und die Funktionsweise der industriellen Garnproduktion in England abgeguckt, kamen damit nach Chemnitz zurück und bauten hier mit Krediten des Kurfürstentums und dann des Königreiches die ersten dieser neuen großen Fabriken. Fabrikgebäude, die noch wie Schlösser und Kirchen aussahen. Die neuartigen Maschinen mussten aber auch repariert werden. Eine derartige Infrastruktur existierte in Deutschland am Beginn der industriellen Revolution noch nicht. So brachte man sich das in Chemnitz selbst bei und legte den Grundstein für den sächsischen Maschinenbau, der in Deutschland maßgebend wurde. Innovation wurde so ein Teil des Chemnitzer Genoms.

Blick nach Chemnitz um 1840

Der Rest ist Geschichte. Eine ganze Generation an jungen Leuten mit Ideen und einem starken Willen bauten in Chemnitz große Unternehmen auf, die Maschinen produzierten, die es sonst wo nirgends gab, Strümpfe herstellten, die alle haben wollten, Dampfloks bauten, die in der ganzen Welt fuhren; einer erfand gar ein Verfahren mit dem man Zahnräder effektiver herstellen konnte und wurde damit reich. Chemnitz wurde in der ganzen Welt als die Werkstatt Deutschlands bekannt.

Die Chemnitzer Altstadt mit dem Rathauskomplex vom Luftschiff Parseval PL 5 am 2. Oktober 1910

Chemnitz zog an. Die Bevölkerung der Stadt wuchs in etwas mehr als 100 Jahren von 10.000 auf über 300.000 Einwohner.  So musste auch die Stadt umgebaut werden. Zuerst fielen die Stadtmauer und die alten Stadttore, dann riss man das Biedermeierstädtchen, das man erst neu gebaut hatte, gleich wieder ab und die Gründerzeit hielt Einzug. Als dann noch die Eisenbahn nach Chemnitz fuhr, gab es kein Halten mehr. 1883 wurde Chemnitz Großstadt. Diese brauchte noch mehr Platz und es entstanden der Brühl, das Sonnenberg-Viertel und für die Wohlhabenden das Kaßberg-Viertel. In der Innenstadt glänzten reich dekorierte Fassaden an Straßen, Plätzen und Gassen, durch welche die elektrische Straßenbahn fuhr. Chemnitz hatte damals eine der am dicht bebautesten Altstädte in Deutschland. Dort gab es einen Platz, über den musste alles: Menschen, Autos, Pferdefuhrwerke, die Straßenbahn. Der Johannesplatz gehörte zu den verkehrsreichsten Plätzen in Deutschland. Und weil so etwas nicht von irgendwo her kommt, hatte Chemnitz noch einen Rekord inne und war die Stadt mit dem höchsten pro Kopf Steueraufkommen im Deutschen Reich - die reichste Stadt in Deutschland.

Der Johannisplatz in der Chemnitzer Innenstadt, Anfang der 1930er Jahre

Was gab es nicht alles in der Chemnitzer Altstadt. Mehrere Rathäuser, große Warenhäuser von Tietz über Königsfeld bis Schocken, ein klassizistisches Schauspielhaus, ein Operettentheater, unzählige Ball- und Vereinshäuser, Restaurants und Cafés in einem großstädtischen Stil gebaut, wie er auch in Paris hätte gestanden haben können. Geblieben ist Chemnitz aus dieser Zeit das Rathaus und ein wunderschönes Opernhaus an einem Platz mit Kunstsammlungen, Kirche und Industriehotel von 1930. Die Moderne in Chemnitz: sie war nicht weiß und kühl, sondern warm weil es hier einen besonderen Stein gab, den Porphyrtuff. Den findet man an ganz vielen Fassaden. Die Stadt, die schnell wuchs, war offen für das moderne Bauen. Die Idee der neuen Sachlichkeit findet sich noch heute in den vielen Fassaden der 1920er Jahre in Chemnitz. Nachts scheint durch deren Fensterbänder das warme Licht der klassischen Moderne.

Das nach einem Entwurf des Architekten Erich Basarke von 1921 - 1926 erbaute Bankgebäude der Deutschen Bank AG am Falkeplatz in Chemnitz

Neben der Innenstadt liegt, fast so groß wie diese, der Schlossteich. Den hatten Mönche kurz vor der Reformation angelegt, um auch in Fastenzeiten einen Karpfen essen zu können. Wo ein Schlossteich ist, da ist auch ein Schloss. Nicht so in Chemnitz. Der Gebäudekomplex mit der großen Kirche oberhalb des Schloßteiches war ein Kloster. Es hieß „St. Marien“ und war eines der reichsten im Land. Kurze Zeit war es auch einmal ein Schloss der Sächsischen Krone für den Sommer, bevor es im 30-jährigen Krieg geschliffen wurde. Die schönen Fachwerkhäuser, zu dessen Füßen am Schloßberg, entstanden danach. Heute kann man dort gut essen gehen und auf dem Schloßteich gondeln. 875 Jahre ist es her, da wurde dieses Kloster zum ersten Mal urkundlich erwähnt und mit ihm der unbedeutende Ort daneben: „Kameniz“ - ein Grund zum Feiern.

Der Schlossteich und der Schlossteichpark

1945 wurde Chemnitz zerstört. Übrig blieben Ruinen in der Innenstadt, aber auch die großen Gründerzeit-Viertel. Seit 1949 lag Chemnitz in der DDR, hieß ab 1953 Karl-Marx-Stadt und sah seit den 1960er Jahren auch so aus. Breite Straßen, eine große SED-Verwaltung, Plattenbauten mit roten Fahnen und ein großer Kopf. Chemnitz war fast vergessen.

Im Karl-Marx-Städter Stadtzentrum in den 1970er Jahren

1990: „Das Aschenputtel des Ostens.“ Der DDR Plan-Bau in der Innenstadt war ein viertel Jahrhundert nach dem er gebaut worden war grau geworden. Dazwischen gähnte Leere. Die alten Gründerzeitquartiere waren verfallen und gefangen in einem Ring aus nach den Helden des Sozialismus benannten Plattenbauvierteln.

Das Chemnitzer Stadtzenrum 1990

So stand Chemnitz nach der Wiedervereinigung vor der Herausforderung die Innenstadt neu bauen zu müssen. Wie macht man das? Die Antwort auf diese Frage zu finden dauerte fast ein Jahrzehnt. Planungen wurden gemacht und wieder verworfen. Letztendlich entschied Chemnitz sich für ein zeitgemäßes Bauen mit einem städtebaulichen Bezug zur ehemaligen Altstadt. Es entstand das städtebauliche Konzept des „Walls“ in Anlehnung an den ehemaligen Verlauf der Stadtmauer. Zur Jahrtausendwende ging es dann los mit dem Bau einer Einkaufsgalerie mit einer Terracottafassade und dem Bau eines gläsernen Kaufhauses. Die unterschiedlichen Fassadenkonzepte, hier Stein dort Glas, setzten die für die Entwürfe verantwortlichen „Stararchitekten“ Hans Kollhoff und Helmut Jahn fast zur gleichen Zeit auch bei den Neubauten zweier Hochhäuser am neuen Potsdamer Platz in Berlin um. Mit dem Bau des Kaufhauses von Peek & Cloppenburg erhielt Chemnitz zu dieser Zeit noch ein architektonisches Highlight im Zentrum und Markt und Neumarkt am Rathaus bekamen nach Jahrzehnten eine bauliche Einfassung zurück. Unter dem einprägsamen Begriff „Mittelstandsmeile“ entstanden dann bis Ende der 2000er Jahre, hinter dem historischen Rathauskomplex auf altem Grundriss, zwei kleinteilige Wohn- und Geschäftskarrees, ein Bürohaus und manche Hochgarage zu viel, neu.

Blick in die Innere Klosterstraße mit den neu gebauten Wohn- und Geschäftskarrees

Weniger laut wie andere Städte schob sich Chemnitz in dieser Zeit auch an die vordersten Plätze bei den wirtschaftlichen Kennzahlen im Vergleich der Ostdeutschen Wirtschaftsstandorte. Eine Technische Universität mit über 10.000 Studenten, ein Technologiezentrum zur Förderung junger Unternehmen und der Aufbau des Smart Systems Campus Chemnitz, ein Technologiepark im Bereich der Mikrosystemtechnik  mit renommierten wissenschaftlich-technischen Einrichtungen, wie dem Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS, und immer mehr jungen innovativen Unternehmen dort machen aus Chemnitz einen wichtigen Zukunftsstandort. Der Mittelstand im verarbeitenden Gewerbe ist auch am Beginn des 21. Jahrhunderts das wirtschaftliche Fundament der sächsischen Industriestadt. Wer große Namen sucht, findet in Chemnitz Volkswagen mit dem Motorenwerk, Siemens oder Niles-Simmons.

Der Smart Systems Campus an der Rosenbergstraße in Chemnitz

Chemnitz investierte in dem viertel Jahrhundert nach der Wiedervereinigung kontinuierlich in die Kultur. Als Höhepunkt bewirbt sich Chemnitz für das Jahr 2025 um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Neu entstanden das Kulturkaufhaus DAStietz im ehemaligen Warenhaus Tietz von 1913 mit Naturkundemuseum, Volkshochschule, Neue Sächsische Galerie und Stadtbibliothek, das Museum Sammlung Gunzenhauser - eine Gemäldegalerie mit Werken deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts in einem Bankgebäude aus den 1920er Jahren, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, das archäologisch-kulturhistorische Landesmuseum des Freistaates Sachsen im ehemaligen Kaufhaus Schocken, ein bedeutendes Baudenkmal der Architektur von 1930. Das Schlossbergmuseum - das stadtgeschichtliche Museum der Stadt Chemnitz, das Sächsische Industriemuseum Chemnitz, das Straßenbahnmuseum, das Deutsche Spielemuseum, die Villa Esche, das Sächsische Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf und natürlich die bekannten Kunstsammlungen Chemnitz mit ihren überregional anziehenden Gemälde-Ausstellungen sind weitere Leuchttürme der Chemnitzer Museumslandschaft.

Die Chemnitzer Robert-Schumann-Philharmonie zur Spielzeiteröffnung der Theater Chemnitz

Langweilig wird einem in Chemnitz nicht. Es gibt eine Oper, ein städtisches Schauspielhaus, mehrere private Theater und Kabaretts, ein Ballett, die Robert-Schuhmann-Philharmonie, die Stadthalle Chemnitz, die Messe Chemnitz, das Wasserschloss Klaffenbach und eine Vielzahl subkultureller Einrichtungen. Kulinarisch hat Chemnitz die ganze Bandbreite zu bieten; das in wunderschönen Locations vom Fachwerkhaus über die alte Fabrik und das Gründerzeithaus bis zu modern ist alles vertreten was den Rahmen für ein gute Restaurant bieten kann und Ausgangspunkt für die vielen großen und kleinen Veranstaltungen und Festivals sein kann, die Chemnitz über das Jahr anbietet. Dass in Chemnitz der schönste Weihnachtsmarkt stattfindet, weiß inzwischen jeder.

Das Schlossbergmuseum Chemnitz im ehemaligen Kloster St. Marien und die Chemnitzer Schlosskirche

Auf was freut sich Chemnitz in Zukunft? Auf noch mehr Einwohner und den Weiterbau der Innenstadt. Das Gesicht von Chemnitz, der Stadt der Moderne, wird sich weiter verändern. Die „Neue Johannisvorstadt“ wird mit Wohn- und Geschäftskarrees eine große Lücke in der Innenstadt schließen. Am Kulturkaufhaus DAStietz entstehen Wohn- und Bürogebäude und ein Hotel und auch die Bahnhofstraße erhält mit Neubauten ein ganz neues Gesicht. Neben dem Rathaus am alten Getreidemarkt entstehen moderne Wohnneubauten. Die Planungen für den Neubau eines Theaterviertels zwischen dem Karl-Marx-Monument und dem Theaterplatz beginnen.

Die Neubauvorhaben entlang der Bahnhofstraße in der Chemnitzer Innenstadt im Modell

Chemnitz die Stadt mit einer langen industriellen und kulturellen Tradition, ist heute eine moderne Großstadt mitten in Europa, die sich auf verschiedenen Ebenen dynamisch entwickelt und Investoren einlädt an dieser Entwicklung teilzuhaben.

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Sandro Schmalfuß

 

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Am Harthauer Bahnhof 3

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